Über Tashkent und den „Sun-Heliocomplex“ nach Samarkand

Unsere erste Station in Usbekistan führte uns in die Hauptstadt Tashkent. Denn nachdem unser Versuch in Tadschikistan an ein russisches Transitvisa zu gelangen fehlschlug, wollten wir hier einen weiteren Anlauf wagen. Und tatsächlich war dieser nun von mehr Erfolg geprägt – zumindest wurde uns zugesichert, dass wir das Visum in zwei Wochen abholen könnten.

Nun bleibt zu hoffen, dass Putin bis zu unserer geplanten Durchfahrt nicht alle Grenzen dicht macht. Denn dem Kreml scheint es gar nicht zu gefallen, dass seit der drohenden Teilmobilisierung ein Teil der männlichen Bevölkerung aus dem Land flieht. Auch wir haben schon einige Russen getroffen, welche keine Lust auf Kriegstreibereien haben, ihre Familie zurückließen und sich nun in den Nachbarländern häuslich einrichten.

Da Tashkent sonst wenig zu bieten hat, machten wir uns nach den Visaangelegenheiten schnell wieder vom Acker und steuerten eine ex-sowjetische Prestigeeinrichtung an.

Der „Sun-Helicomplex“ wurde in den 1980er Jahren errichtet und wird bis zum heutigen Tage von einem wissenschaftlichen Institut für Forschungszwecke betrieben.

Kurzgesagt bündelt die Anlage über Spiegelelemente Sonnenstrahlen und lenkt diese auf einen gemeinsamen Punkt. An diesem lässt sich hierdurch eine Temperatur von bis zu 3000 °C erzeugen – weltweit gibt es bis heute keine weitere Anlage dieser Art, welche so ein Temperaturniveau erreicht.

Das zwölfstöckige Hauptgebäude...

...mit seinem überdimensionalen Parabolspiegel

Und die zugehörigen Spiegelelemente, welche die Sonnenstrahlen einfangen

Hier wurde uns mal "der Spiegel vorgehalten"

Ein Ingenieur des Instituts führte uns bereitwillig über das Areal und erklärte uns die technischen Raffinessen. Besonders stolz war er hierbei auf die aus Spiegelresten gebastelten Miniaturanlagen, mit welchen er und seine Kumpels nach Feierabend regelmäßig Schaschlik brutzeln (nur leider kann daraus kein Nachtgelage werden, denn spätestens bei Sonnenuntergang geht der Ofen von selbst aus).

Nach so viel Solartechnik musste natürlich auch ein Stellplatz mit Sonnenuntergang gefunden werden

Nach der technischen Exkursion ging es in Richtung Samarkand, wo die bekanntesten Sehenswürdigkeiten des Landes auf uns warteten. An der alten Seidenstraße gelegen, wimmelt es in dem einstigen Handelszentrum nur so von wunderschönen und imposanten historischen Bauten aus längst vergangenen Dynastien.

Unsere Highlights waren hierbei der Registan und die Shah-i-Zinda.

Der Registan ist ein eindrucksvolles Ensemble von drei gewaltigen Medressen, welche jeweils um 90° versetzt angeordnet sind und gemeinsam einen Platz umspannen. Das älteste dieser Bauwerke stammt aus dem 15. Jahrhundert und diente ursprünglich Studierenden als Lehrraum.

Der Registan bei Tag...

...und bei Nacht...

...und mit fürchterlich kitschiger Lichtershow

Die Shah-i-Zinda, oder Straße der Mausoleen, ist eine Ansammlung von sehr aufwendig gestalteten Grabstätten, welche sich zu beiden Seiten eines Weges aneinanderreihen. Die durchweg in Blau-, Türkies-, und Grüntönen gefliesten Bauwerke beherbergen wichtige Persönlichkeiten, welche vor bis zu 700 Jahren verstorben sind.



Die Straße der Mausoleen

Zwei Tage ließen wir uns durch die Straßen treiben und bestaunten die unzähligen imposanten Monumente, bevor wir weiter westwärts zogen.

Plov - das Nationalgericht Usbekistans (Reis mit Allerlei)






Weitere Impressionen aus Samarkand

Schaschlik - die ideale Stärkung nach einem anstrengenden Sightseeing-Tag

Kommentare

  1. Euer Blig ist so interessant. Wir verfolgen eure Reise regelmäßig und wünschen euch weiter alles Gute und tolle Erlebnisse. Viele liebe Grüße aus dem auch sehr schönen Deutschland von Angelika und August Nöltker

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    1. Hallo ihr beiden, freut uns immer, wenn der Blog gefällt und ihr unsere Geschichten mitverfolgt. Hoffe ihr genießt den Herbst in Deutschland und habt dort ebenfalls tolle Tage. Viele Grüße, Verena

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