Home is calling

Von nun an hatten wir in voller Zuversicht, dass Knupfer uns auch weiterhin treue Dienste erweisen wird, die letzten Tage so durchgeplant, dass wir „just in time“ zuhause ankommen würden. Als erfahrener Projektmanager weiß ich natürlich, dass so etwas in der Regel immer gut geht 😉

In 500km-Tagesetappen ging es über die Türkei, Bulgarien, Serbien und Ungarn bis nach Wien in Österreich.

Hierbei wurden wir stets von goldenem Herbstwetter begleitet, so dass wir die Abende nochmals bei einsamen Stellplätzen mit einem Bierchen ausklingen lassen konnten.

Wir genießen die Abendstunden an unseren Stellplätzen

Und bricht erst einmal die Dunkelheit über uns herein...

... machen wir es uns mit einem kleinen Feuerchen gemütlich

Da alles wie am Schnürchen lief und wir gut in der Zeit lagen, gönnten wir uns in Wien nochmals eine kleine Verschnaufpause. Zuerst erkundeten wir zu Fuß die herrschaftliche Altstadt und abends ergatterten wir dann einen Tisch in einem kleinen aber sehr feinen Restaurant – das gelungene Abschlussessen unserer Reise war ein leckeres 6-Gänge Überraschungsmenü mit guten Weinen.


Der Stephansdom in Wien

Wiener Melange - oder einfach nur ein Cappuccino

Abendstimmung beim Schloss Belvedere

Gang Nr. 5: Rosa gebratene Rehkeule mit zweierlei Pastinake

Leider kein Wiener Schnitzel - aber hey: "Happy wife, happy life"

Der letzte Abschnitt nach Hause glich dann nur noch einem Katzensprung und so erreichten wir exakt 211 Tage nach unserer Abreise wieder heimischen Boden.

In dieser Zeitspanne haben wir 36.523 Kilometer mit dem eigenen Fahrzeug zurückgelegt, sind an der chinesischen Grenze entlanggefahren, haben 23-mal eine Landesgrenze überquert und nur einmal wurde uns ein Übertritt verwehrt.

Hierbei war unser Minicamper ein treuer Reisebegleiter, der nie liegen blieb, keinen einzigen Platten hatte und auch nach unzähligen anspruchsvollen Offroadpassagen lediglich kleinste Reparaturen oder alternativ gutes Zureden benötigte.

In den 13 Ländern, die wir durchquerten, haben wir uns zu keiner Zeit unsicher gefühlt und sind fast immer mit einer großen Gastfreundschaft empfangen worden. Und nur zweimal habe ich mich von korrupten Polizisten zu Schmiergeldzahlungen hinreißen lassen.

Die Reise machte für uns vieles zu einem besonderen Erlebnis, aber am meisten genossen wir die einsamen Stellplätze, sei es bei über 55 °C in der Wüste des Irans oder bei Minusgraden auf über 4000m zwischen schneebedeckten Gipfeln in Tadschikistan. Insbesondere die traumhaften Sonnenuntergänge in der unendlichen Steppe und die Sternenhimmel wie aus 1001 Nacht werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.

Bei Wind und Wetter kochten und lebten wir draußen in der Natur. Nahezu täglich genehmigten wir uns selbst bei Temperaturen um den Gefrierpunkt eine Außendusche oder sprangen in einen Gletschersee - einen Campingplatz haben wir während der Reise nie von innen gesehen.

Wir sind dankbar für die unzähligen Begegnungen mit den Menschen in diesen Ländern, für die wunderbaren Momente und spannenden Erlebnisse.

Was bleibt sind nicht nur die Erinnerungen an das Erlebte, sondern auch die Erkenntnis, dass es überall auf der Welt nette Menschen gibt und es zum Glücklichsein nicht viel braucht – ein altes Auto und eine gesunde Portion Abenteuerlust reichen uns da schon aus.

Und bei einem sind wir uns ganz sicher: Dies war für uns nicht die letzte Reise dieser Art!

Dieser Trip ist hiermit nun jedoch zu Ende und somit ist dies auch der letzte Blogeintrag.

Vielen Dank für's treue Lesen!

Kommentare

  1. Herzlich willkommen zu Hause. Wir haben eure Reise begeistert begleitet und beneiden euch ein bisschen um eure wunderbaren Erlebnisse. Besonders die Begegnungen mit den Menschen muss eine Erfahrung fürs Leben sein. Danke für euren tollen Blog. Wir eünschen euch einen guten Einstieg in den Alltag. Liebe Grüße aus Hannover

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