Während wir für einige Tage unseren Muskelkater
auskurierten, musste unser kleines Reisemobil wieder einmal Höchstleistungen
erbringen. Denn die kirgisische Natur lässt sich nicht nur sehr gut zu Fuß
erkunden, es gibt auch unzählige Bergpässe und Täler, welche über
Schotterpisten oder abseits jeglicher Straßen mit dem eigenen Fahrzeug befahren
werden können.
Hierbei erklommen wir mit Knupfer ungeahnte Höhen, selbst
4000m hohe Bergpässe überwunden wir (in gewohnt gemächlichem Tempo) ohne
Probleme.
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| Unser erster 4000er-Pass mit Knupfer |
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| Auf diesen Höhen fühlen sich nur noch die zotteligen Yaks wohl |
Für sechs Tage lagen unsere Stellplätze jeweils deutlich
über 3000m, was uns atemberaubende Panoramablicke bescherte. Nachteil an der
Sache war, dass es nachts auch im August empfindlich kalt werden kann. Bei
Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt war sichergestellt, dass Verena früher
oder später ihre eiskalten Füße unter meine Decke steckte.
In den Bergen Kirgisistans leben von Juni bis September
unzählige Hirten in ihren Jurten und so wurden wir nach einer zufälligen
Begegnung eines Morgens zum Frühstück eingeladen. Neben Tee, Brot und Marmelade
gab es überraschend wohlschmeckende Nudelsuppe mit Schafsinnereien. Und um
besser durch den Tag zu kommen, durfte das ein oder andere Glas Vodka natürlich
ebenfalls nicht fehlen.
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| Das Camp der gastfreundlichen Nomaden |
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| In der guten Stube |
Eines anderen Morgens kam eine Hirtin sogar extra von ihrer
Jurte zu unserem Stellplatz gelaufen, nur um uns selbstgemachte Spezialitäten
zu überreichen. Gleich eine ganze Flasche Ayran sowie vergorene Ziegenmilch
schenkte sie uns. Auch wenn unsere Mägen nicht gerade für all diese
Spezialitäten ausgelegt sind, war es immer wieder ergreifend, wie freundlich
wir empfangen wurden und wie selbstlos diese Menschen, welche selbst nicht viel
besitzen, mit uns teilten.
Abseits der befestigten Pfade durchquerten wir so das halbe
Land und besuchten wunderschöne Bergseen. In der Regel waren die
Straßenverhältnisse so schlecht, dass wir nicht über 20-30 km/h hinauskamen.
Gerne hätte ich auch ein Foto von unseren tieferen Flussquerungen
aufgenommen, aber meine Co-Pilotin war viel zu sehr damit beschäftigt, sich am
Türgriff festzuklammern – für ein Foto auszusteigen, stand nicht zur Debatte.
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Tageswanderung zum Kel Suu See
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Entlang des chinesischen Grenzzaunes
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| Serpentinen zum Song Köl See, die zweitgrößte Wasserfläche Kirgisistans liegt auf über 3000m |
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| Kurze Erfrischung im kühlen Nass |
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| Zähneputzen mit Aussicht |
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| Unser Stellplatz am verlassenen Ufer |
Nun müssen wir aber mal wieder etwas Offroadpause einlegen, denn
dass Geschaukel geht auf Mensch und Material – Verena hat nun an ihrer rechten
Klammerhand den Ansatz einer Sehnenscheidenentzündung.
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