Über den Charyn Canyon an die kirgisische Grenze

Oft liegen Freud und Leid sehr nah beieinander. In unserem Fall feierten wir mittags noch die 20.000 km Marke und tätschelten Knupfer wohlwollend für seine treuen Dienste auf das Armaturenbrett. Als wir dann einige Stunden später bei absoluter Dunkelheit einen Stellplatz suchten (sehr dumm von uns!), übersah ich einen kleinen Graben, welchen wir queren mussten. Es gab einen lauten Schlag und wir setzten sehr unsanft mit dem Motorblock auf einem abgebrochenen Betonrohr auf. Beim Freifahren blinkte dann auch noch die Motorkontrollleuchte auf. Auch nach mehrmaligem Neustart wollte diese einfach nicht ausgehen - mir schwante Böses.

Schnell lag ich mitten in der Nacht im Dreck unter unserem Auto und suchte mit der Taschenlampe nach Beschädigungen. Abgesehen von einer leicht eingedrückten Ölwanne konnte ich jedoch nichts feststellen. Glücklicherweise konnte ich den Fehler aber noch vor Ort mittels Diagnosegerät löschen und die Motorkontrollleuchte blieb tatsächlich aus - scheinbar hatte sich Knupfer durch den Schlag lediglich etwas „verschluckt“.

Nach einer kurzen Nacht steuerten wir am nächsten Tag Kasachstans Antwort auf den Grand-Canyon, den Charyn Canyon Nationalpark, an.

Über Jahrmillionen durch Sonne, Wind und Wasser geformt, gibt es hier diverse teils zusammenhängende Canyons sowie einen reisenden Fluss, welcher sich durch die zerklüftete Landschaft schlängelt.

Teils erkundeten wir die Canyons zu Fuß, teils kämpften wir uns mit unserem kleinen Allradfahrzeug über Offroadpfade zu Aussichtspunkten oder bis tief in Canyons hinein.



Zu Fuß erkundeten wir das "Valley of Castles"

Dann ging es mit dem Auto bis tief in die benachbarten Canyons hinein

Abends suchten wir uns einen einsamen Stellplatz mit spektakulärer Aussicht. Staunend standen wir an der Klippe und verfolgten den Sonnenuntergang. Es herrschte eine surreale Mischung aus Sonne, Wind, Regen, Gewitterfront mit Blitzen und sogar ein wunderschöner Regenbogen war zu sehen.

Kaum waren wir bei unserem Schlafplatz angekommen...

...zog auch schon eine Gewitterfront auf

Sonne und Regen...

...zauberten einen wunderschönen Regenbogen an den Horizont

Nachts schunkelte uns der Wind in den Schlaf, vertrieb sämtliche Wolken und es offenbarte sich der klarste Sternenhimmel – wir waren im Paradies.

Am nächsten Morgen war vom schlechten Wetter nichts mehr zu spüren

Klassisches Camper-Frühstück: Frische Pancakes mit Avocado und Spiegelei

Im Angesicht des Festmahls strahlt Verena

Nach den Canyons hieß es dann Abschied nehmen von Kasachstan. Denn die vor uns liegenden Berge kündigten bereits Kirgisistan, das nächste Land auf unserer Reise, an.

Langsam wird es grün - Kirgisistan ist nicht mehr weit


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