Karakol – Endlich wieder Berge
Am östlichsten Zipfel Kirgisistans winkten wir Kasachstan nochmals zum Abschied zu, dann setzten wir in das Land der Nomaden über. Der abgelegene Grenzposten war für uns auch ein geografischer Wendepunkt, denn exakt 5381 km Luftlinie trennten uns hier von der Heimat (bis zur chinesischen Grenze waren es nur noch 100 km) – weiter werden wir uns auf dieser Reise nicht mehr von zuhause entfernen.
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| Lediglich eine Schranke sowie eine Handvoll Beamte, mehr braucht es hier nicht - so entspannt sollte jede Grenze sein |
Kaum waren wir auf den kirgisischen Straßen unterwegs, schon
hatten wir mit der örtlichen Polizei unsere Freude. Dieses Mal wollte ein erwartungsfroh
grinsender Beamter ein paar kirgisische Som für sich abstauben, weil ich angeblich
knapp neben einer Stopplinie angehalten hatte. Nach zehnminütiger Diskussion
musste er sich jedoch geschlagen geben, denn ich hatte keine Lust schon wieder
einen Beamtensold aufzubessern.
Unser erster Stopp in Kirgisistan war dann das Städtchen Karakol.
Hier packten wir Vorräte und Campingausrüstung in unsere Rucksäcke und machten uns auf den Weg in die nahe gelegenen Berge.
Wir hatten uns eine wenig frequentierte Mehrtagestour
herausgesucht und so hatten wir die Wanderpfade quasi für uns alleine. Entlang
von Gebirgsflüssen ging es über die Baumgrenze hinaus immer weiter in Richtung
des auf 3915 m hoch gelegenen Archa-Tor Gebirgspasses.
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| Unser Camp-Spot vor dem Archa-Tor Gebirgspass auf 3400m Höhe |
Dieser Höhepunkt der Wanderung war gleichzeitig mein
Tiefpunkt. Denn wir hatten uns dummerweise nicht richtig akklimatisiert und
gepaart mit dem schweren Gepäck wurde für mich jeder Schritt zur Qual (das
Verena die Höhe überhaupt nichts auszumachen schien, erwähne ich hier lieber
nicht).
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| Während ich mich noch am Berg quäle... |
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| Beim Abstieg: Anfangs noch steinig... |
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| ...wird es bald immer grüner |
Hieraus sollte
jedoch erst einmal nichts werden, denn gerade als wir uns im Dickicht eines
Wäldchens verlaufen hatten, brach ein Gewitter mit Regen und Hagel über uns
herein. Und so schlugen wir am Abend pitschnass und frierend unser Lager auf.
Doch ein zufällig vorbeikommender Hirte hatte scheinbar mit uns
Mitleid. Denn plötzlich sammelte er Brennholz und entfachte für uns ein
wärmendes Feuer, nur um wenig später wieder seines Weges zu gehen. Von so viel
selbstloser Freundlichkeit waren wir richtig gerührt.
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| Kleidung trocknen am Lagerfeuer |
Eigentlich wollten wir am nächsten Tag noch zu einem
Gletscher wandern, aber die Strömung des zu querenden Flusses war einfach zu
stark. Und als wir endlich einen Hirten fanden, welcher uns mit seinem Pferd
trockenen Fußes übersetzen ließ, war der Tag schon zu weit vorangeschritten.
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| Brücken gibt es keine, dafür verdienen sich die Hirten gerne ein kleines Zubrot und spielen Flusstaxi |
Und so kehrten wir bereits etwas früher als geplant aus den Bergen zurück – gelohnt hat sich die Wanderung für uns dennoch allemal.
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| Nach der Wanderung gab es erst mal ein zünftig zentralasiatisches Gericht - "Lagman" ist eine deftige Nudelsuppe mit reichlich Einlage |














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