Der Iran gehört flächenmäßig zu den 20 größten Länder der
Welt. Und so dauert es einige Zeit, bis man vom südlichen Zipfel wieder zurück
in den Norden gelangt ist. Hinzu kommt, dass das Land viel zu schön für die
Schnellstraße ist und so ließen wir uns für diese Strecke circa zwei Wochen
Zeit.
Der erste Stellplatz war das Ufer eines abgelegenen Stausees,
wo wir eigentlich nicht wirklich mit Gesellschaft rechneten. Doch wie das im
Iran so ist, war auch recht schnell eine Familie aus dem nahegelegenen Dorf am
Start und lud uns kurzerhand zum gemeinsamen Kebab-Essen ein.
Während wir am Lagerfeuer auf die perfekte Glut warteten, schwang
Verena mit den Mädels zu traditioneller iranischer Popmusik ihre Hüften und für
uns Männer gab es parallel das maskuline Kontrastprogramm. Denn das
Familienoberhaupt, ein leidenschaftlicher Jäger, versuchte bei absoluter Dunkelheit
mit einer russischen Schrotflinte in die Luft geworfene Tomaten vom Himmel zu
schießen.
Trotz Sprachbarriere war dies wieder mal ein witziger Abend
und am Ende mussten wir uns mit Händen und Füßen dafür einsetzen, alleine in
unserem Auto schlafen zu dürfen. Denn wie so oft wollte uns die gastfreundliche
Familie zu sich nach Hause einladen.
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| Stellplatz am Stausee |
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| Jeder Schuss (k)ein Treffer |
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| Die Gang und wir |
Anschließend wollten wir uns wieder einmal etwas körperlich
betätigen. Wir hatten von einem namenlosen 3500m hohen Gipfel in den Kuh-e
Kalar-Bergen gehört, welcher gut zu besteigen sei.
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Ankunft am Stellplatz - so schön die Berge auch sind, eine ebene Fläche zu finden ist oftmals eine kleine Herausforderung
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| Aber nach dem Austarieren gibt es stets eine leckere Mahlzeit |
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| Und im Anschluss folgen fast immer Bilderbuch-Sonnenuntergänge |
Beim morgendlichen Aufstieg stellten wir jedoch fest, dass es keine offiziellen Wege,
sondern lediglich einzelne Ziegenpfade gab. Und so kletterten wir immer der
Nase nach über Geröllfelder in Richtung Gipfel. Oben angekommen, trafen wir
dann zwei Nomaden, welche uns herzlich mit einem frisch gebrühten Tee in
Empfang nahmen.
Nach den obligatorischen Selfies (ganz wichtig!) luden uns
die Jungs noch zu sich ins Lager ein. Da dies sowieso auf der Strecke lag und
Widerstand zwecklos war, machten wir uns also gemeinsam auf den Weg. Immer abwechselnd durfte/musste jemand auf dem
Esel reiten – Verena „hoch zu Ross“ zu sehen, war für die beiden Männer ein
wahres Fest, denn sie kringelten sich vor Lachen. Wahrscheinlich kursieren die
Bilder und Videos des Spektakels nun in irgendwelchen Nomaden-WhatsApp-Gruppen.
Nach einer ausgiebigen Mahlzeit mit Brot, Reis und mittels
Schnees gekühlter Ziegenmilch, bedankten wir uns vielmals für die
Gastfreundschaft und machten uns wieder auf den Rückweg.
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| Ankunft auf 3500m Höhe |
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| Ein herzlicher Empfang bei den Nomaden mit frischem Tee, gekocht aus frisch gepflückten lokalen Kräutern |
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| Hoch zu Ross ging es auf dem edlen Tier in Richtung Nomadenlager |
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| Vor dem Abstieg gab es hier nochmals eine kleine Stärkung |
In den folgenden Tagen fuhren wir durch das Zagros-Gebirge, wo
wir unter anderem diverse Canyons erkundeten, einen Wasserfall besuchten, zu
einem Bergsee und auf Gipfel wanderten oder einfach nur mit Knupfer durch
abgelegene Bergdörfer und über Bergpässe fuhren.
Insbesondere in der Region rund um Kurdistan wurde uns
nochmals aufgezeigt, wie gastfreundlich dieses Land doch ist, denn kein Tag
verging ohne ein kleines Geschenk, sei es Kirschen aus dem heimischen Garten,
ein Fisch zum Abendessen, eine kostenlose Autoreparatur oder einfach nur ein freundliches
Lächeln.
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| Es ist Erntezeit - vollbeladene "Zamyads" (im Iran produzierte Lasten-Pickups) prägen das Straßenbild |
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| Müllentsorgung in den Bergen - leider gehört auch dies zum Iran |
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| Unser Auspuff wurde geschweißt - Gruppenbild mit dem Werkstattteam und deren Abendessen |
Nein, dass ist kein Bandwurm, sondern lediglich eine hier übliche Straßenführung
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| Kontrastprogramm zur iranischen Küche, wir kochen dank Verena oft gesund und ohne Fleisch |
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| Beim "Gefängnis von Salomon" - 70m Durchmesser und 100m Tiefe hat dieser Krater, welcher keinen vulkanischen Ursprung hat, sondern durch die Ablagerung von Mineralien entstand |
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| Auf dem Weg in den Norden hatten wir mitunter die schönsten Stellplätze im Iran |
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