Über Jerewan in den Süden Armeniens
Was Armenier besonders gerne machen, ist das Schneiden von Kurven. So lange kein Gegenverkehr kommt, ist das ja noch ganz nett, aber in unserem Fall staunte ich nicht schlecht, als mir beim Einfahren in eine uneinsehbare Kurve ein alter Mercedes auf unserer Spur entgegenkam.
Ich versuchte noch auszuweichen, aber so ganz hat es leider
nicht mehr gereicht und so hatten wir nun unseren ersten kleinen Unfall (unter
Armeniern wäre der Vorgang somit wohl eher als Kratzer durchgegangen).
Um keine Probleme zu bekommen, ließen wir den Unfall dennoch
von der Polizei aufnehmen, blöd war nur, dass der Beamte kein Wort Englisch
sprach und sämtliche Formulare in der Landessprache auszufüllen waren.
Nachdem sich eine Traube zufällig vorbeifahrender Personen,
welche das Ereignis zum Schwatz nutzten, zu uns gesellt hatten, hielt
glücklicherweise jemand mit Englischkenntnissen an und half beim Übersetzen.
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| Ordnung muss sein - der Gesetzeshüter bei der Arbeit |
Endlich konnte es weiter gehen! Nur leider kamen wir nicht
weit, denn 5 Minuten später fiel Verena auf, dass unsere Kreditkarte nicht mehr
da war, ich hatte diese wohl am Vortag beim Geldabheben im Automaten stecken
lassen.
Nach dem Gespräch mit der Polizei sowie der KFZ-Versicherung,
folgte nun also ein nettes Telefonat mit einem armenischen Kreditinstitut. Wie
sich herausstellte, besitzt der Bürgermeister des Dorfes glücklicherweise einen
Schlüssel für den Geldautomaten, nun mussten wir diesen nur noch auftreiben.
Bei dieser Gelegenheit bekamen wir die Chance einen Einblick
in den armenischen Amtsalltag zu erhaschen. So durften wir eine Stunde
gemeinsam mit einem Angestellten in dessen Büro auf den Chef warten. Der
Mitarbeiter war sichtlich stolz darauf diesen großartigen Raum innezuhaben, nur
besaß er keinen PC, keinen Block und keinen Stift. Und so verbrachte der gute
Mann die Zeit damit uns anzustarren, ab und an die Arme hinter dem Kopf zu
verschränken oder zu stöhnen. Aber irgendwann war es dann so weit und wir
konnten gemeinsam mit dem Bürgermeister die bereits verlorengeglaubte
Kreditkarte aus dem Geldautomaten bergen.
Nun ging es ohne weitere Zwischenfälle weiter nach Jerewan,
wo wir den Abend bei einem leckeren Essen ausklingen ließen.
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| Nach dem ganzen Stress schmeckts gleich noch besser |
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| Geschlafen haben wir aus Sicherheitsgründen fernab von anderen Verkehrsteilnehmern und Geldautomaten |
Nachdem wir die Stadt erkundet hatten, folgte der Süden Armeniens. Über diverse Klosternlagen, wunderschöne Bergpässe und die Weinregion ging es Schritt für Schritt zu unserem nächsten großen Ziel, dem Iran.
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| Immer weiter in Richtung Süden und den Iran |
Bei unserem letzten Stellplatz machten wir dann nochmal
Bekanntschaft mit einem Armenier der besonderen Art. Denn gleich dreimal nahm
der Hirte den Weg aus seinem Dorf zu uns auf sich.
Leider war die Kommunikation nur schwer möglich und so
beschränkte er sich darauf uns anzustarren und unser Geschehen zu verfolgen. Erstaunlich
konsequent zog er dies jeweils über einen unglaublich langen Zeitraum durch. Angefangen
vom Zwiebelschneiden, über den Abwasch bis hin zum Zähne putzen, verfolgte er
alles gespannt.
Nach dieser Erfahrung habe ich Hochachtung vor jedem in
Gefangenschaft lebenden Pinguin, denn sowas mit Ruhe über sich ergehen zu
lassen, kostet einiges an Nerven.
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| Vor dem Iran gingen wir noch einmal in die Vollen - Schwein, Wein & Bier (und lokales Grünzeug vom netten Straßenverkäufer) |
Wenigstens profitierte Verena von dem Besuch, denn mehrfach
stellte der gute Mann anerkennend mit Händen und Füßen fest, wie schlank sie
doch sei. Gemäß seinen Gesten scheinen die Damen in seinem persönlichen Umfeld
deutlich mehr Leibesfülle aufzuweisen.












Hallo Verena, von Maika haben wir euren Reiseblog bekommen. Wir sind begeistert und werden euch auf eurer wunderbaren abenteuerlichen Reise begleiten. Wir freuen uns, dabei zu sein. Wir schreiben auf unseren Reisen auch immer Blog und meinen, dass das eine tolle Erfahrung ist. Ohne wüssten wir gar nicht mehr, wo wir überall waren. Wir wünschen euch viele interessante Erlebnisse und weiterhin alles Gute. Liebe Grüße von August und Angelika
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