Der Grenzübertritt von Armenien in den Iran war der bisher
wohl chaotischste. Zwar wollte außer uns niemand die Grenze queren und wir
bekamen ein Stück leckere Wassermelone vom iranischen Grenzbeamten gereicht, dennoch
vergingen fast drei Stunden, bis endlich der letzte Grenzpflock gehoben wurde.
Ein durchschaubarer Prozess war für uns hierbei nicht zu
erkennen, denn mehrfach wurden wir durch das gesamte Areal gescheucht und am
Ende waren unsere Dokumente auch noch falsch gestempelt. Eine halbe Stunde verging
allein für die Warterei, bis ein Beamter sein Mittagessen verspeist hatte.
Da der Iran aufgrund der Sanktionen nicht an das
internationale Zahlungssystem angebunden ist, sind unsere Kreditkarten hier
vollkommen nutzlos. Hinzu kommt, dass die Inflation unglaublich hoch ist und
der offizielle Kurs weit vom Straßenwert abweicht. Und so mussten wir nach
Einreise erst einmal in einem Hinterstübchen ein paar Euro gegen einen fetten
Stapel iranische Rial tauschen. Als frisch gebackene Millionäre gingen wir umgehend
tanken, dies ist bei einem Literpreis von 0,10 Euro ein wahres Vergnügen.
Unser erster Stopp war Tabriz im Nordwesten des Irans. Die
Stadt nutzen wir im Wesentlichen für einige Pflichttermine, denn für die
Beschaffung einer Simkarte und den Abschluss einer KFZ-Versicherung kann hier
schnell mal ein Tag vergehen.
Nebenbei bemerkte ich, dass sich nach der Türkei
zwischenzeitlich die nächste Achsmanschette am Auto verabschiedet hatte. Dumm
nur, dass es für unseren Fahrzeugtyp im Land keinerlei Ersatzteile gab. Eine
Steinwurfweite entfernt, auf der anderen Seite des Grenzzaunes in Armenien, hatten
wir noch ein Allerweltsfahrzeug. Im Iran ist Knupfer nun der einzige seiner Art
und bekommt die Sonderstellung, die er verdient.
Doch die Iraner sind solche Umstände gewöhnt und nach
einigem Suchen wurde ein mehr schlecht als recht passendes Teil von einem
Citroen zweckentfremdet. Dass bei der Reparatur einige Liter Getriebeöl im
Erdreich versickerten, störte weder den Mechaniker noch dessen Kumpels, welche
über die gesamte Zeit mit an Bord waren.
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| Der stolze Chefmechaniker (links im Bild), ich und ein andere Kunde / Hilfsmechaniker |
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| Nach erfolgter Reparatur erfolgte voller Stolz das Aufbringen eines Stickers vom örtlichen Offroadclub |
Zwischendurch stürzten wir uns in das Gedränge des lokalen
Basars. Mit über 7 Quadratkilometern Fläche ist es ein Leichtes sich in dem
UNESCO-gelisteten Labyrinth zu verirren.
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| Verena ist auf dem Basar im siebten Himmel |
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| Was sie da wohl in der Tüte hat?...Unter der Burka trägt Frau Spitze |
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| Von 10 Restaurants servieren 9 Kebab |
Im Nachhinein kann ich nicht mit absoluter Sicherheit sagen,
ob es schwerer war für Knupfer an einem Sonntag einen Mechaniker aufzutreiben
und ein Ersatzteil zu beschaffen oder Verena halbwegs islamgerecht
einzukleiden. Sicher ist jedoch, dass beides nur temporär zum Einsatz kam und
nach kurzer Zeit wieder ersetzt werden sollte.
Nach dem Trubel verbrachten wir ein paar Tage in den Bergen.
Hier erkundeten wir das Alamut-Tal, das Bergdörfchen Masuleh und besuchten eine
alte Festung, von wo aus im 12. Jahrhundert Auftragskiller mordend in die
islamische Welt ausströmten.
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Stellplatz in den farbenfrohen Bergen
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| Hauptsache in der Pampa, eine Stunde dauerte die Anfahrt zu diesem abgelegenen Stellplatz |
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| Das Bergdorf Masuleh |
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| Beim Naschen einer frisch gebackenen Süßspeise mit Zimt und Walnuss |
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| Picknick im Alamut-Tal |
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| Knupfer traf einen Artgenossen aus Belgien - eine Nacht campierten wir zusammen auf einem abgelegenen Hügel und erzählten uns gegenseitig Reisegeschichten |
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| Und noch weitere Impressionen aus den Bergen |
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