Über Wardsia & das Javakheti Plateau nach Tiflis

Im 12. Jahrhundert errichtet, hielt das in die Felswand geschlagene und vor Feinden versteckte Wardsia-Kloster lediglich für circa 100 Jahre stand. Denn dann legte ein Erdbeben einen Großteil der über tausend Räumlichkeiten frei und die Anlage musste aufgegeben werden.

Aus heutiger Sicht hat dies den Vorteil, dass man sich bereits aus der Ferne einen guten Eindruck von den Dimensionen dieser beeindruckenden Anlage machen kann. 

Aus der Ferne sieht die Felswand aus wie ein Schweizer Käse

Als wir durch das Labyrinth schlenderten, konnten wir einige Parallelen zu den in der Türkei besuchten unterirdischen Städten ausmachen. Denn auch hier legten die Bewohner auf die essenziellen Dinge des Lebens besonderen Wert, so gab es unter anderem 25 Weinkeller. Zu gerne hätten wir mit angesehen, wie die beschwipsten Mönche nach einem Gelage die dunklen und steilen Gänge in das Schlafgemach zurückgepurzelt sind.



Nach einer ausgiebigen Erkundungstour ging es weiter zum Parawanisee auf dem Javakhethi Plateau, wo wir unser Nachtlager aufschlugen.

Auf dem Weg haben wir noch kurz frische Forellen "geangelt"...

...und nach Ankunft direkt zubereitet

Vor dem Schlafengehen ging es noch schnell (in diesem Fall wörtlich zu nehmen) unter die Dusche

Probleme mit Nachbarn hatten wir hier nicht

Die Gegend als trist zu bezeichnen, wäre geschmeichelt, denn hier ist so richtig der Hund begraben. Die Dörfer bestehen überwiegend aus verfallenen Ruinen, die Fischer fahren in Rostlauben mit Schlauchbooten auf dem Dach in Richtung See und ab und zu blockieren Schafe oder Kühe demonstrativ die Straßen. Abgesehen hiervon gibt es hier nichts als schier endlose Weite.

Am nächsten Tag versuchten wir uns mit dem Auto durch die Schneefelder einen Weg zu einer alten Festung zu bahnen. Erwartungsgemäß war dies jedoch ein wenig erfolgreiches Unterfangen, denn immer wieder endeten die auserkorenen Routen in Sackgassen.



Irgendwann hatten wir Einsicht (Verena früher, ich später) und traten die Rückfahrt an. Hierbei kreuzte unser Weg den eines Fischers, welcher sichtlich erstaunt war, uns hier anzutreffen. Kurzerhand wurden wir zu einem Kaffee eingeladen. So saßen wir nach kurzer Fahrt mit ihm und seiner Mutter in deren guten Stube und plauschten angeregt – glücklicherweise gibt es „Google Translate“.


Aus einem Kaffee wurde ein Mittagessen und so hatten wir einige Zeit uns auszutauschen. Die eigentlich aus Armenien stammende, zwischenzeitlich auf drei Personen dezimierte Familie, hat hier ein schweres Schicksal. Sie sind die einzig verbleibenden Einwohner im Dorf, im Winter gibt es bis zu minus 40°C sowie Schnee bis an die Fensteroberkante und vor einem Monat ist auch noch der Vater unerwarteterweise verstorben.

Es war sehr beeindruckend diese herzensguten Menschen kennenzulernen, man kann sich nur schwer vorstellen, wie es ist, hier ein Leben zu führen.


Irgendwann hieß es dann jedoch Abschied nehmen und wir rückten weiter ins Herzen Georgiens vor. Über den Dächern von Tiflis fanden wir am Abend einen Stellplatz mit Fernsicht. Hier ruhten wir uns nochmals aus, bevor wir uns am nächsten Morgen in das Verkehrschaos der georgischen Stadt stürzten.

First Class Blick aus unserem "Schlafzimmer"

Nach einem Tag Sightseeing sitzen wir nun auf dem Balkon eines kleinen Kaffees - ich schreibe Blog, während Verena versucht die Hauskatze auf Abstand zu halten – bevor wir morgen weiterziehen.

Garfield und ich konnten nur staunen, als Verena versuchte, ihn mit Drohgebärden zu verscheuchen

Mit Käse schmeckt alles gleich viel besser, da ist auch Verena ganz meiner Meinung




















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