Kazchi-Säule, Chiatura & Borjomi-Nationalpark

Fortan bewegten wir uns zumindest temporär auf alten Pfaden, denn bei der Kazchi-Säule, unserem nächsten Stellplatz, waren wir bereits vor einigen Jahren zu Besuch. Sofern man der Geschichte glauben darf, lebt hier ein Einsiedlermönch allein auf einem exponierten Felsplateau. Einziger Zugang ist eine Leiter sowie ein Flaschenzug für den Warentransport.

Blick von unserem Stellplatz auf die Kazchi-Säule 

Ob die Geschichte stimmt, können wir auch nach unserem zweiten Besuch nicht final bestätigen, denn auf Winken und freundliches Zurufen hat auch dieses Mal keiner reagiert. Dennoch prosteten wir dem einsamen Gesellen nochmals mit einem heißen Kaffee zu, bevor wir nach einem ausgiebigen Frühstück weiterzogen.

Auch in Chiatura waren wir bereits, die Stadt ist bekannt für Ihren Sowjetcharme. Zu Zeiten der Sowjetunion wurden hier tiefe Kohlestollen in den Berg getrieben, welche teils bis heute nahezu unverändert in Betrieb sind. Sich durch die Stadt und die alten teils verlassenen Bauten treiben zu lassen, gleicht einer Zeitreise.







Sowjetcharme vom Feinsten

Bei unserem letzten Besuch 2018 waren sogar noch die durch Stalin initiierten Seilbahnen im Einsatz, bei welchen jede Komponente bereits mehrfach geflickt wurde. Die Fahrten waren zwar wahrlich ein Erlebnis, dennoch freute es uns doch sehr für die Anwohner, dass diese zwischenzeitlich ein Upgrade in Form einer modernen Seilbahn erhalten haben.

Alte Sowjettechnik...

...ersetzt durch neue Seilbahnen aus Frankreich

Viele Touristen verirren sich nicht hierher und so sind die Leute recht interessiert an fremder Gesellschaft. Auf dem Markt wurden wir von ein paar Herren zu Brot, Käse und ein paar Gläser vom eigenen Wein eingeladen. Natürlich musste jedes auf Ex getrunken werden und sobald der Boden zu sehen war, wurde unmittelbar reichlich nachgeschenkt. 

Keine Termine und leicht einen Sitzen - der perfekte Tag

Etwas angeschwipst ging es dann weiter in Richtung Borjomi-Nationalpark.
Hier hatten wir uns eine Zweitagestour mit Übernachtung in den Bergen vorgenommen. Einziges Problem war, dass ein Teil des Trails noch unter einer dicken Schneedecke lag.

Glücklicherweise hatten wir uns aber Schneeschuhe ausgeliehen. Bei der ersten Anprobe am Berg zeigte sich jedoch, dass die Bindungen vollkommen hinüber waren und so hatten die Latschen maximal die Begrifflichkeit Schnee-Flipflops verdient.

Stilsicher und elegant präsentiert Verena ihre neuen Wintertreter

Dennoch erreichten wir wohlbehalten nach 15km und ca. 900 Höhenmetern die unbewirtschaftete Schutzhütte, wo wir uns beim Feuer aufwärmten, leckere Instantnudeln futterten und Schnee zu Trinkwasser schmolzen.





Festtagsschmaus à la Manu: warmes Wasser mit halbgaren Instantnudeln

Nach einer Nacht bei Minusgraden ging es am nächsten Tag bei Sonnenschein wieder zurück und wir entspannten den Rest des Tages in der warmen Sonne.

Festtagsschmaus à la Verena: Linsenhumus mit Gemüse, Halloumi und Buchweizen

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