Batumi und das Hinterland von Adscharien

Georgien - das ist, wenn man mit 70 Sachen in einer 40er Zone einem der vielen Schlaglöcher ausweicht und währenddessen feststellen muss, dass man gerade rechts von einem schrottreifen Ford Transit überholt wird. Und so ist man hier im Straßenverkehr stets gefordert, denn entweder kämpft man mit den Schlaglöchern oder mit den rabiaten Verkehrsteilnehmern.

In Batumi, unserer Anlaufstelle für die erste Nacht, passte ich mich deshalb sogleich den hiesigen Gewohnheiten an und verpasste dem nächstgelegenen Auto beim Einparken einen Parkrempler.

Da es nicht nur nass, sondern auch kalt war, widmeten wir unsere erste Aktivität einem der größten Hobbies aller Georgier – dem Weintrinken.

In einem Weinkeller durften wir uns über zwei Stunden hinweg durch das Sortiment des Weinguts kosten. Ausgestattet mit einem bunten Strauß an Fachbegriffen sinnierten wir bei Brot und Käse mit dem Sommelier über die Eigenarten der georgischen Weinproduktion.

Corona hat den Weingütern in Georgien übrigens besonders stark zugesetzt, denn jede georgische Familie produziert hier ihren eigenen Wein, welcher dann fachgerecht in 5-10l Plastikkanistern gelagert wird - das edle Getränk käuflich zu erwerben, ist hier deshalb verpönt und da die Touris ausblieben, blieb auch der Wein in den Regalen liegen.

Nach einer Reihe guter Weine...

...folgte leckeres georgisches Essen

Nach unserem Stoppover in Batumi ging es weiter in das Hinterland von Adscharien, genauer gesagt wollten wir ein malerisches Tal entlangfahren und anschließend den Goderzi-Pass in Richtung Landesinnere überwinden. Bei der Online-Recherche bin ich hierbei über einen bzgl. der Straßenverhältnisse recht treffend beschreibenden Kommentar gestolpert:

„Sofern man sowieso ein neues Auto haben möchte, würde nichts gegen einen Besuch sprechen“

Und so hangelten wir und teils in Schrittgeschwindigkeit von Schlagloch zu Schlagloch, manche Matschpfützen waren so tief, dass wir fürchteten, die Pampe bald in unserem Fußraum stehen zu haben (natürlich wurden wir fortlaufend von rostenden Ford Transits überholt).


Über Stock und Stein ging es mühsam voran



Beim Erkunden der Landschaft

Diesen Abend verbrachten wir aufgrund des einsetzenden Schnees in einem Guesthouse. Hier erfuhren wir dann auch, dass der angestrebte Pass noch unter einer 4m hohen Schneedecke liegt und ein Durchkommen frühstens ab Mai möglich sein würde.

Verena half der Gastmutti beim Bettenmachen - Sie hatte keine Gäste erwartet

Beleuchtung auf Georgisch - Strobo Baby 🙌

So blieb uns nichts anderes übrig, als den gesamten Weg wieder im Schneckentempo Richtung Batumi zurückzufahren und uns von dort, immerhin auf einer etwas besser befahrbaren Straße, ins Landesinnere aufzumachen.

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